Orgelhistorie

Die Geschichte der Orgeln in der Struther Kirche

Wie viele andere Kirchen besitzt auch unsere eine lange umfangreiche Orgelgeschichte.
Als unser Kirche im Jahr 1800 geweiht wurde, musste der Weihegottesdienst noch ohne Orgelmusik auskommen. Nach dem finanziellen Kraftakt von politischer und kirchlicher Gemeinde für den Kirchenbau war die Anschaffung einer Orgel nicht möglich und auch für die nächste Zeit nicht geplant.
Doch schneller als erwartet sollte Struth eine Orgel erhalten. Durch die Säkularisation des Kloster Zella erhielt unsere Kirche laut Schenkungsurkunde des damaligen Kommissarius Würschmidt verschiedene Einrichtungsgegenstände. Die Orgel wurde unserer Kirche zwar nicht geschenkt, jedoch wurde sie Struth weit unter dem Zeitwert zugesprochen. Der Orgelbauer Frankenberg aus Dingelstädt hatte den Wert der Orgel auf 700 Taler taxiert. Überlassen wurde sie unserer Kirche für 200 Taler. So konnte sie am 12. September 1811 nach Struth überführt werden und begleitete durch ihre Musik die Gottesdienste unserer Gemeinde.
Aber bereits 1839 wurde die erste Reparatur notwendig, 1844 musste sie grundlegend überholt werden. Und dennoch konnte der endgültige Verfall der ehemaligen Klosterorgel nicht aufgehalten werden. Die Oberklaviatur war nicht mehr zu gebrauchen und Holzpfeifen waren von den Holzwürmern völlig zerstört. 1885 wurde die Orgel abgebrochen.
Es wurde der Beschluss gefasst eine Neue bauen zu lassen und die noch brauchbaren Teile und einige gut erhaltenen Register der alten Orgel wieder zu verwenden.
Den Auftrag für die neue Orgel erhielt der Mühlhäuser Orgelbauer Breitbart. Noch im selben Jahr wurde die neue Orgel feierlich eingeweiht. Sie war mit 21 klingenden Stimmen und 2 Klaviaturen ausgestattet. Jedoch wie die Chronik berichtet, hat diese neue Orgel von Anfang an enttäuscht. Sie versagte sehr oft ihren Dienst und auch kostspielige Reparaturen konnten die Konstruktionsfehler nicht beseitigen.
So wurde bereits nach nur 48 Jahren am 19. November 1933 wieder eine neue Orgel eingeweiht.
Gefertigt wurde diese von dem Orgelbaumeister Wigand Helfenbein aus Gotha. Auch er verwendete wieder das noch brauchbare Material aus der abgebrochenen Orgel. Ausgestattet war sie mit 21 klingenden Registern, 5 Koppeln, 1 Tremolaten, 2 Manualen mit je 56 Tasten und einem Pedal mit 30 Tasten. Ein besonderer Fortschritt war auch die Winderzeugung mit einem elektrischen Gebläse. Bei diesem Neubau wurde das alte Gehäuse mit einigen Veränderungen wiederverwendet und nun unmittelbar an die westliche Turmwand gerückt.
Leider sollte auch diese Orgel nicht für die Ewigkeit gebaut worden sein. Nach vielen Reparaturen, der letzten und sehr umfassenden im Jahr 1993 wurde sie 1999 durch eine Computerorgel ersetzt, welche im Chorraum Platz gefunden hat.
Diese war von Anfang an als eine Übergangslösung gedacht, um die Zeit für die Finanzierung einer neuen Pfeifenorgel zu überbrücken.

Bertram Kieler